In Harmstorf beobachten wir seit Jahren ein sehr hohes Vorkommen an Waschbären. Trotz aktiver Bejagung und dem Einsatz von Fallen sind besonders in Ortsnähe weiterhin viele Tiere unterwegs. Die Harmstorfer Jäger sind kontinuierlich dabei, die Bestände zu regulieren – dennoch bleibt der Waschbär ein äußerst anpassungsfähiger Kulturfolger, der sich in der Nähe von Häusern, Schuppen und Gärten wohlfühlt.
Dr. Dirk Remin, Leiter der Tierklinik Lüneburg hat zum Thema gesundheitliche Gefährdung von Mensch und Tier durch den Waschbären ein kurzes informatives Video verschickt, das wir bei Interesse gern weiterleiten. Er weist in dem aktuellen Video darauf hin, dass Waschbären häufig Träger des Waschbär-Spulwurms sind. Dieser Parasit kann bei Menschen und Haustieren schwere, teils lebensbedrohliche Erkrankungen verursachen. Die Übertragung erfolgt über den Kot der Tiere – auch indirekt über die Luft, wenn Spulwurmeier in Staub oder trockenen Partikeln enthalten sind. Besonders kritisch ist es, wenn Waschbären Gebäude, Schuppen oder Dachböden als Unterschlupf nutzen und dort Kot absetzen.
Das neue Niedersächsische Jagdgesetz erleichtert es Jägern, zukünftig auch in befriedeten Bezirken tätig zu werden und Waschbären zu fangen. Wer in seinem Garten regelmäßig Waschbären sieht oder filmt, kann sich gern an die Harmstorfer Jäger wenden, die dann prüfen, ob dort eine tierschutzkonforme Falle aufgestellt werden kann. Diese Fallen fangen die Tiere unversehrt und sind mit modernen Fangmeldern ausgestattet, die sofort über einen Fang informieren und ein schnelles Handeln ermöglichen.
Der Waschbär‑Spulwurm (Baylisascaris procyonis)
Was ist das? Ein Parasit, der im Darm von Waschbären lebt und dessen Eier über den Kot ausgeschieden werden.
Warum ist er gefährlich? Die Eier können bei Menschen und Haustieren schwere Erkrankungen auslösen, darunter:
Entzündungen des Gehirns
schwere neurologische Schäden
Organversagen
in seltenen Fällen tödliche Verläufe
Wie erfolgt die Übertragung?
Über kontaminierten Boden, Staub oder Gegenstände
Über die Luft, wenn getrockneter Kot zerfällt und Partikel eingeatmet werden
Besonders riskant: Schuppen, Dachböden, Gartenhäuser, die von Waschbären genutzt werden
Wie schützt man sich?
Keine Waschbären füttern
Kot niemals ohne Schutz entfernen
Gebäude abdichten
Bei regelmäßigen Sichtungen die Jägerschaft informieren
(Bericht der Harmstorfer Jäger)