Mit dem Frühjahr beginnt nun auch der Einsatz der maschinellen Gartenhelfer wieder. Die Abteilung Umwelt des Landkreises Harburg appelliert daher an Gartenbesitzerinnen und -besitzer, bei der Rasenpflege die Igel nicht zu vergessen und ihre Mähroboter nicht abends oder nachts laufen zu lassen.
Der Einsatz von Mährobotern auf privaten und öffentlichen Grünflächen nimmt kontinuierlich zu. Die fahrenden Computer werden so programmiert, dass sie innerhalb einer abgesteckten Fläche meistens alles autonom mähen. Mit ihren rotierenden Klingen können sie dabei allerdings auch dämmerungsaktive Wildtiere, die im Garten auf Nahrungssuche sind, verletzen oder gar töten. Das betrifft vor allem die possierlichen Igel. Denn als überwiegend nachtaktive Tierart nutzt der Igel Gärten, Parks und Grünanlagen während der Dunkelheit zur Nahrungssuche und Fortbewegung. Und wenn der Mähroboter näherkommt, ist er ihm hilflos ausgeliefert: Igel sind keine Fluchttiere. Bei Gefahr rollen sie sich zusammen. Sie stellen zwar ihr Stachelkleid auf, doch gegen die scharfen und schnell rotierenden Klingen der Mähroboter schützt sie das nicht. Die Schneidmesser wirken bei Kollisionen unmittelbar auf Kopf, Bauch und Gliedmaßen, was zu schwersten Verletzungen führt.
Mähroboter wiederum sind technisch in der Regel nicht in der Lage, kleine bodennahe Tiere zuverlässig zu erkennen oder als Lebewesen zu identifizieren und dann auszuweichen.
Igel gelten im Bundesnaturschutzgesetz als besonders geschützt. Das heißt, sie dürfen weder gefangen, verletzt oder getötet werden. Ihr Bestand sinkt stetig. Neben der unmittelbaren Gefährdung durch Mähroboter leiden Igelpopulationen jedoch auch unter Lebensraumverlust durch naturferne Gärten und Nutzflächen, Nahrungsmangel durch Insektenrückgang, Klimawandel, Einsatz von Pestiziden und Schneckenkorn und dichte Metallzäune – und vor allem werden Igel durch den Straßenverkehr getötet. „Umso wichtiger ist ihr Schutz“, sagt Isabelle Quadbeck von der Abteilung Umwelt.
„Der nächtliche Einsatz von Mährobotern stellt ein vorhersehbares und vermeidbares Risiko dar“, betont Isabelle Quadbeck. Und dem Gras ist es schließlich egal, wann es gemäht wird: Der Rasen kann auch am Tag gepflegt werden. „Wir empfehlen, den Betrieb von Mährobotern auf die Tageszeit zwischen kalendarischem Sonnenaufgang und Sonnenuntergang zu beschränken. Mit der nächtlichen Ruhezeit für Mähroboter leisten die Bürgerinnen und Bürger einen einfachen, aber wirkungsvollen Beitrag zum Artenschutz. Damit tragen alle gemeinsam dazu bei, Igeln und anderen Wildtieren ein Stück mehr Sicherheit in ihren Lebensräumen zu geben.“
Wer Igeln, Insekten und Vögeln einen Lebensraum anbieten und mehr Artenvielfalt in seinem Garten möchte, sollte nicht nur die automatisierten Rasenpflege einschränken, sondern nicht nur auf Gräser setzen. Stattdessen sollten heimische Wildkräuter, Stauden und Gehölze gepflanzt werden, da ihre Blüten Insekten anlocken, die wiederum Nahrung für Igel und Vögel sind. „Ein naturnaher Garten bietet vielen Arten Lebensraum und ist eine Oase für Mensch und Tier.“
(Bericht Landkreis Harburg)